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Erfahrungen im Umgang mit dem alten Fritz

Unser Fritz ist ja ein recht stattliches Wohnmobil, jedenfalls für Einsteiger wie uns. 7,00m Länge ohne Fahrradträger (also bei uns 7,50m oder so), 2,33m Breite ohne Spiegel (also so 2,70m mit) und 3,10m Höhe (da kommt nichts dazu ;)).

Normalerweise sind wir so in der Kombiklasse unterwegs. 5m +/-. PKW halt. So ein Schiffchen ist dann doch was anderes.

Auf deutschen Strassen und Stellplätzen ist uns das bisher kaum aufgefallen, aber hier im Süden ist das Fahren häufiger Arbeit. Es gibt Bundesstraßen, die plötzlich mal nur zwei Meter breit sind (Links und Rechts sind Felsen, ist ja klar). Also muss man einen halben Kilometer rückwärts, bis man wenden kann. Natürlich gibt es kein Schild vorher.

Bei den Stellplätzen muss man auf die Böschungswinkel achten, damit man nicht aufsetzt (kosten ja nur 25 EUR die Nacht, hej!) und Parkplätze gibts in der Größenordnung eh nicht. Und wenn, dann mit dem Zusatz “Camping und Caravaning verboten”.

Überhaupt ist es so, dass man – umso näher man an die Städte kommt – umso häufiger die Spiegel einklappen muss und auf ein paar Zentimeter genau manövrieren muss, da einem ein LKW entgegen kommt, weil ein Auto in zweiter oder dritter(!) Reihe parkt, weil eine Baustelle den Weg verjüngt oder jemand den Spiegel eh “fern-umgeklappt” hat. Und immer schön nach oben achten! 3,11m sind nicht in jeden Fells/Allee gehauen 😉

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Dieser Tunnel ist zweispurig.

Allerdings gibts auch ein paar Lichtblicke: die Route Napoleon ist wunderschön und zumindest gegen frühen Abend sehr entspannt zu fahren. Die Schlucht um Verdon ist ein Knaller und auch mit diesen Außmaßen sehr angenehm durchtuckerbar. Man kann ja die Leute, die es hurtig haben in den häufigen Ausbuchtungen vorbei lassen. Bei uns haben sich jetzt ein paar Grundsätze heraus kristallisiert:

Grundsätze

  • Fahre niemals in die Städte. Nie. Niemals. Nimm die Öffis oder gehe zu Fuß oder lass es sein.
  • Nimm den ersten Parkplatz, den du kriegen kannst.
  • Friedhöfe sind immer gut. Platz. Wasser. Ruhe, das Kind zu füttern.
  • Fahre nicht auf den letzen Millimeter.
  • Ein- und Auswinken ist keine Schande. Auch nicht, wenn der ganze Ort mithilft. (und dir dann sagt, dass du der Dritte heute warst. Umleitungen und so…)
  • Scheiß auf den Plan, Scheiß auf die Zeit. Wenns nervt, campe einfach wild.

 

  • Prüfe deinen Stellplatz nach:
    • Wie komme ich rein, ohne aufzusetzen?
    • Wie komme ich raus, ohne aufzusetzen oder die Nachbarn zu verscheuchen?
    • Genug Platz nach oben? Schattenquellen sind Alkovenkiller 😉
    • Wo läuft die Sonne lang, damit die Markise richtig steht?
    • Satellitenempfang möglich?
    • Bist du das Klo oder nah dran?
    • Ist es milltärisches Sperrgebiet oder nah dran?
    • Pro-Tipp: mach die anderen nach, wenn welche da sind.

Für Frankreich:

  • Nimm die gelben Straßen deiner Karte. Nicht die Weißen. Außer, ihr habt eine echt solide Beziehung und scheut weder Tod noch Teufel.
  • Vertraue mehr auf die Karte, als auf das Navi.

 

Für Italien:

  • Spart euch die Küstenstraße am Lago Maggiore. Hübsch, aber eng, besonders zur Hauptverkehrszeit X-/

Irgendwie versteht man inzwischen, dass italienische und französische Autos immer so ramponiert hier unten aussehen. Eigentlich haben wir außer Ferraris und ähnlichen Boliden noch keine Fahrzeuge ohne signifikante Kratzer oder Beulen gesehen.

P.S. klar hat Fritz auch eine Beule und der Stoßfänger hat auch gelitten! (Freitag, der 13.), er ist also defakto “heimisch” ;-b

Park Example:

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