Ein kleiner Zwischenstopp in Hannover

Hallöchen,

wir machen heute einen kleinen Zwischenstopp in Hannover auf unserem Weg in den Norden (Norge is waiting – das Achtelfinale sollte bereits an der Küste geschaut werden ;))

Marieke ist sichtlich verwirrt, wir allerdings auch. So ein Haus ist ja schon groß und die Wege weit, wenn man erstmal ein paar Wochen auf Reise war. Aber keine Panik: Bald gehts weiter und das Haus geht wieder an meine Eltern!

So als kleines Zwischenfazit:

 

  • es klappt immer besser und macht eine Menge Spaß, aber:
  • es ist kein Abhäng-Chill-Foo-Urlaub, mit Baby und Womo hat man eigentlich immer etwas zu tun
  • man lernt unglaublich viele nette Menschen kennen
  • das Hinterland ist meist interessanter als die Städte
  • Der Weg ist das Ziel (dass muss man aber erst lernen)

Für eure eigene Reiseplanung:

  • Wir wollten anfangs jeden Tag etwas fahren, mit zwei Transitsphasen (Bretagne und dann nach Norwegen) so dass wir im Schnitt 200 – 250km pro Tag machen: bei uns könnt ihr das komplett knicken, wir haben deshalb die Betagne streichen müssen (Sven! Wir besuchen euch einfach im nächsten Womo Urlaub! Sorry! Das Ticket nach Norge ist bereits gebucht gewesen….)

Warum? mit Mieki fahren geht am besten in den Schlafphasen. Die sind aber rar und manchmal kurz gesät. Kurzum, zuviel Stress mit der ganzen Räumerei.

Ebenso wollten wir eigentlich keine Nachtfahrten machen. Die machen wir jetzt sehr wohl. Da schläft die kleine nämlich super.

Aber fahrt nur auf Autobahnen. Meidet Landstrassen. Die Könige der Landstraße (Brummifahrer) und das gemeine rasende Landvolk ist auf Bundes- oder Nationalstraßen Nachts ein großer Unsicherheitsfaktor – jedenfalls für mich.

Dafür darf Papa bei solchen Etappen länger Ausschlafen: Danke, Marieke! Danke, Janina!

(Müde ist man am nächsten Tag trotzdem) 🙂

 

 

Uns gibts noch :-)

Nur als kleines Lebenszeichen: uns gibts noch. Wir haben im Moment einfach nur kein ordentliches WiFi zu bloggen.

Frankreich haben wir hinter uns gelassen und sind nun auf den Weg nach Norwegen…

Demnächst hier dann  unsere Erfahrungen zum Thema Strecke machen und ein paar wunderschöne und kostengünstige Stellplätze 🙂

 

Erfahrungen im Umgang mit dem alten Fritz

Unser Fritz ist ja ein recht stattliches Wohnmobil, jedenfalls für Einsteiger wie uns. 7,00m Länge ohne Fahrradträger (also bei uns 7,50m oder so), 2,33m Breite ohne Spiegel (also so 2,70m mit) und 3,10m Höhe (da kommt nichts dazu ;)).

Normalerweise sind wir so in der Kombiklasse unterwegs. 5m +/-. PKW halt. So ein Schiffchen ist dann doch was anderes.

Auf deutschen Strassen und Stellplätzen ist uns das bisher kaum aufgefallen, aber hier im Süden ist das Fahren häufiger Arbeit. Es gibt Bundesstraßen, die plötzlich mal nur zwei Meter breit sind (Links und Rechts sind Felsen, ist ja klar). Also muss man einen halben Kilometer rückwärts, bis man wenden kann. Natürlich gibt es kein Schild vorher.

Bei den Stellplätzen muss man auf die Böschungswinkel achten, damit man nicht aufsetzt (kosten ja nur 25 EUR die Nacht, hej!) und Parkplätze gibts in der Größenordnung eh nicht. Und wenn, dann mit dem Zusatz “Camping und Caravaning verboten”.

Überhaupt ist es so, dass man – umso näher man an die Städte kommt – umso häufiger die Spiegel einklappen muss und auf ein paar Zentimeter genau manövrieren muss, da einem ein LKW entgegen kommt, weil ein Auto in zweiter oder dritter(!) Reihe parkt, weil eine Baustelle den Weg verjüngt oder jemand den Spiegel eh “fern-umgeklappt” hat. Und immer schön nach oben achten! 3,11m sind nicht in jeden Fells/Allee gehauen 😉

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Dieser Tunnel ist zweispurig.

Allerdings gibts auch ein paar Lichtblicke: die Route Napoleon ist wunderschön und zumindest gegen frühen Abend sehr entspannt zu fahren. Die Schlucht um Verdon ist ein Knaller und auch mit diesen Außmaßen sehr angenehm durchtuckerbar. Man kann ja die Leute, die es hurtig haben in den häufigen Ausbuchtungen vorbei lassen. Bei uns haben sich jetzt ein paar Grundsätze heraus kristallisiert:

Grundsätze

  • Fahre niemals in die Städte. Nie. Niemals. Nimm die Öffis oder gehe zu Fuß oder lass es sein.
  • Nimm den ersten Parkplatz, den du kriegen kannst.
  • Friedhöfe sind immer gut. Platz. Wasser. Ruhe, das Kind zu füttern.
  • Fahre nicht auf den letzen Millimeter.
  • Ein- und Auswinken ist keine Schande. Auch nicht, wenn der ganze Ort mithilft. (und dir dann sagt, dass du der Dritte heute warst. Umleitungen und so…)
  • Scheiß auf den Plan, Scheiß auf die Zeit. Wenns nervt, campe einfach wild.

 

  • Prüfe deinen Stellplatz nach:
    • Wie komme ich rein, ohne aufzusetzen?
    • Wie komme ich raus, ohne aufzusetzen oder die Nachbarn zu verscheuchen?
    • Genug Platz nach oben? Schattenquellen sind Alkovenkiller 😉
    • Wo läuft die Sonne lang, damit die Markise richtig steht?
    • Satellitenempfang möglich?
    • Bist du das Klo oder nah dran?
    • Ist es milltärisches Sperrgebiet oder nah dran?
    • Pro-Tipp: mach die anderen nach, wenn welche da sind.

Für Frankreich:

  • Nimm die gelben Straßen deiner Karte. Nicht die Weißen. Außer, ihr habt eine echt solide Beziehung und scheut weder Tod noch Teufel.
  • Vertraue mehr auf die Karte, als auf das Navi.

 

Für Italien:

  • Spart euch die Küstenstraße am Lago Maggiore. Hübsch, aber eng, besonders zur Hauptverkehrszeit X-/

Irgendwie versteht man inzwischen, dass italienische und französische Autos immer so ramponiert hier unten aussehen. Eigentlich haben wir außer Ferraris und ähnlichen Boliden noch keine Fahrzeuge ohne signifikante Kratzer oder Beulen gesehen.

P.S. klar hat Fritz auch eine Beule und der Stoßfänger hat auch gelitten! (Freitag, der 13.), er ist also defakto “heimisch” ;-b

Park Example:

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Die Schlucht von Verdon

Hier ein paar Bilder dieser sehr eindrucksvollen Schlucht. Sie ist die tiefste Europas und wird wohl auch deshalb Grand Canyon du Verdon genannt. Der Verdon mündet dann direkt in den künstlichen Stausee Lac de St. Croix, wo wir es uns auf dem Campingplatz “Les Pins” (mit beschi**enem WIFI – eigentlich nur an der Rezeption), aber direkter Lage am Wasser bequem gemacht haben.

P.S. Marieke hatte heute Abend keine Lust zu schlafen. Es gibt entspannteres…

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Grasse – die Hauptstadt des Parfüms

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Wenn man schon in der Region ist (und das Parfüm gelesen oder gesehen hat), ist Grasse eigentlich eine Reise wert, dachten wir. Laut dem Womo-Führer “Côte d’Azur und die Provence” bietet Grasse eine der sehenswerten Innenstädte Frankreichs. Ja, das kann man auch so bestätigen. Sehr sehens- und riechenswert.

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Neben dem nationalen Museum des Parfüms und einigen Duftfabriken ist der alte mittelalterliche Stadtkern schön erhalten, super sehenswert und natürlich gespickt mit lauter kleinen Lädchen. Wir waren auch in der Kathedrale, wo sich der große Rubens persönlich verwirklicht hat.

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Marieke hat den dreistündigen Stadtmarsch ganz gechillt bei Mama auf dem Rücken im Bondolino mitgemacht – bei 26° ist das eine gerade noch so erträgliche Temperatur für Mama und Kind. In jedem Fall hatte sie so einen mindestens genauso guten Blick auf die Stadt wie Mama und Papa.

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Parken? Der Parktipp des Womoführers war nichts. Nach einer Stunde Suche sind wir dann auf den Friedhof der heiligen Brigittes ausgewichen. Da fahren dann drei Busse oder man geht wie wir bei schönem Wetter die 20 Fußminuten in die Stadt.

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Deutschland – Portugal – die WM in Süd Frankreich

Wir planten unseren Stellplatz für die Nacht (ein echter Reinfall übrigens – in Comps) gegen 19:30h zu erreichen, nachdem wir aus Grasse aufgebrochen waren. Das sollte dann genügend Raum lassen, um das Spiel unserer Jungs um 20:00h zu sehen.

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Sekunde. 20:00 Uhr? Ja, das checkten wir dann auch, nachdem wir vorsichtshalber nochmal gegoogelt haben. Das Spiel ging ja bereits um 18:00h los. Naja, dafür haben wir ja ein Womo. Einen schönen Stellplatz haben wir am Strassenrand bei Cassis entdeckt (die Aussicht auf die Küste war übrigens phenomenal – hier hätte man vielleicht auch gut schlafen können, da die angrenzende Strasse mäßig befahren war) und dann die Sat-Anlage gespannt.

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Das schöne Spiel (4:0, yeeeha) haben wir dann ganz entspannt zu dritt geschaut. Ok, Marieke hat weniger geschaut, dafür mehr ihre Spielzeugkisten ein- und ausgeräumt, aber über das erste Deutschlandtor dieser WM hat sie sich dann auch gefreut:

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Mautstraßen – ja oder nein?

Bei der Recherche sind wir über das Thema Mautstraßen, wie Autobahn, Autostrada oder Ähnliches, nutzen gestoßen. Es gibt da immer zwei Ansichten: die einen sind bei einer Wohnmobilreise strikt dagegen, die anderen sehen es als absolut legitimes Mittel, um voranzukommen.

Was spricht den für das Tingeln über die Dörfer?

  • Es gibt schöne Aussichten,
  • Man kann hier und da gut stehen bleiben,
  • es ist günstiger,
  • man entdeckt einfach mehr,
  • man ist oft nicht viel langsamer, als auf der Autobahn (wir reden ja von Wohnmobilen ;))

Was kann den da die Autobahn gegen halten?

Eigentlich nichts, ausser, wenn man das Schlafcharakteristikum unserer kleinen Dame kennt: im Auto schlafen klappt super. In den ersten dreissig Minuten auch überall. Danach macht sie aber jede Ampel wach. Und das führt dazu, dass man den Zielort im Zweifel nicht erreicht.

Deshalb: wenn wir voran kommen wollen: Autobahnen nutzen. Und in den ersten Tagen bis an die Grenze Frankreichs sind bisher die folgenden Kosten angefallen.

Für den Transit nach Italien nötig gewesen:

~10 EUR Österreich für 10 Tage

~33 EUR für das ganze Jahr Schweiz

Und dann in Italien selber:

~ 23 EUR Italien

Auf in die Schweiz

Hier folgt Part II unseres chronologischen Reiseberichts, der an den ersten Teil Ausreise anschließt:

Eigentlich wollten wir ja direkt weiter nach Italien. Aber da das Über-die-Berge-Fahren ganz schön anstrengend sein kann, machten wir noch einen kleinen Zwischenstopp im italienischen Teil der Schweiz. Wir fühlten uns dort auch schon fast wie in Italien.

Tag 6: Lindau -> Monteceneri

Aber erstmal der Reihe nach: Unseren letzten Stellplatz in Deutschland fanden wir am Donnerstagabend zunächst in Lindau am Bodensee vor dem Park-Camping Lindau am See. Ja, ihr habt richtig gelesen ­– wir parkten einfach vor dem Campingplatz, drinnen war eh alles voll und es ist gar nicht so unüblich, dass sich Stellplätze für Womos vor den Campingplätzen befinden.

Das ganze kostete uns einen 10er, war direkt neben einer Bahnstrecke und wir standen quasi frei. Den See sahen wir abends beim Spaziergang und naaa jaaa, seien wir ehrlich: Für eine Nacht war das so ganz okay, Essen dort war auch in Ordnung, freundliches Personal gab es und schöne heiße Duschen, aber Campingplätze sollte es noch schönere geben auf unserer Reise 😉

Wir sind denn auch zeitig am Vormittag weiter gefahren und haben Deutschland über ein kurzes Stück österreichische Autobahn in die Schweiz hin verlassen. Für eine günstige Mautgebühr von einmal 10 Euronen (Österreich) und 33 Euronen (Schweiz) kamen wir am späten Nachmittag in Monteceneri im italienischen Teil der Schweiz an.

Unterwegs haben wir in Chur Halt gemacht und Sebastian kaufte sich ein neues Handy ­– ein Traum in neongelb ­­– wieso, weshalb, warum, dazu gibt es näheres in einem Extra-Beitrag.

In Monteceneri fanden wir einen einfachen Womo-Stellplatz in der Nähe der Straße, von dem aus wir einen wunderschönen Blick auf die Berge hatten. Das Wetter in der Abendsonne war traumhaft ­– Marieke spielte mit Stöckchen und Steinen im Gras und präsentierte Stolz jeden neuen Fund mit einem breiten Lächeln über das ganze Gesicht.

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La dolce vita

Heute hat es uns auf den Campingplatz Sole Langhe verschlagen. Inmitten von Weinbergen um die Stadt Barolo (Ja, da kommt der berühmte Wein her!) gelegen ist das ganze hier wirklich ein Traum.

Der Campingplatz ist urig, die Aussicht und Landschaft sind grandios und diese Region (Piemont) ist jede Aufmerksamkeit wert. Sole Langhe bietet sogar ein Buffet mit regionalen Spezialitäten als Frühstück, welches morgen getestet wird 😉

Natürlich haben wir von den lokalen Weinköstlichkeiten und einem raffiniert kombinierten Menü im Buon Padre (Bewertungen hier) gekostet, empfehlenswert, die 35 EUR für das große Menü sind gut investiert und der lokale Wein passt hervorragend.

Mieke  hat natürlich auch ihre Stücke abbekommen ;-). (Fotos dazu folgen. Für Marieke gab es Pasta, Brot,  Gurke, Zucchini, mehr Brot und Spinat mit Käse – Yummy!)

Hier ein paar Impressionen:
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Wir bleiben dann mal einen Tag länger als geplant 😉

Anmerkung: Entgegen anders lautender Gerüchte hatte Papa keine 3/4 Flasche Wein intus. Höööööchstens drei Gläschen! Hicks!